Kokain-Transport mit Hindernissen

Kokain-Transport mit Hindernissen

Weit verzweigte Lieferketten, ein nahezu „weltumspannendes Handelssystem“ waren zum Einen das Kennzeichnende an diesem Fall. Zum Anderen stand die Frage im Raum, ob eine bestimmte, angeblich für meinen Mandanten gedachte Liefermenge zu einem konkreten Datum an einem konkreten Ort war.

Vor dem Landgericht Bad Kreuznach verhandelte die Strafkammer über den u. a. meinem Mandanten gegenüber gemachten Vorwurf, 500 g Kokain an einem genauen und datumsmäßig festgelegten Tag erhalten zu haben. Dieses Kokain hatte eine lange Reise von Kolumbien über St. Petersburg, die baltischen Staaten, Polen bis nach Deutschland, in einem Tank transportiert, hinter sich gebracht. Im Tank des Transportfahrzeuges wurden die Tüten, in denen das Rauschgift versteckt wurde, auch noch undicht.

Pikant war zudem, dass an dem angeblichen Tag der Übergabe mein Mandant eine Haftstrafe in anderer Sache antrat. Der Erhalt dieser 500 g Kokain war entscheidend für eine langjährigen oder einen eher kurzzeitigen Gefängnisaufenthalt. Ob also die Drogen überhaupt rechtzeitig „verwendungsfähig anreisten“ oder mein Mandant zu Unrecht belastet wurde, lesen sie in der obigen Entscheidung.